Braunschweig, 12. Mai 2026 – Für viele ehrenamtlich engagierte Heimatpflegerinnen und Heimatpfleger in Braunschweig sorgt eine aktuelle Entscheidung für Unverständnis: Die bisher mögliche Vergabe der niedersächsischen Ehrenamtskarte an ehrenamtlich tätige Heimatpflegerinnen und Heimatpfleger soll künftig nicht mehr erfolgen. Betroffene sehen darin ein falsches Signal gegenüber Menschen, die sich seit Jahren unentgeltlich für den Erhalt lokaler Geschichte, Traditionen und kultureller Identität einsetzen.

Die Heimatpflege gehört in vielen Stadtteilen und Ortschaften zu den tragenden Säulen des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Heimatpflegerinnen und Heimatpfleger dokumentieren Ortsgeschichte, organisieren Veranstaltungen, begleiten Jubiläen, pflegen Denkmäler und stehen Bürgerinnen und Bürgern als Ansprechpartner für kulturelle und historische Themen zur Verfügung – meist vollständig ehrenamtlich und mit hohem zeitlichem Aufwand.

„Gerade in Zeiten, in denen ehrenamtliches Engagement vielerorts zurückgeht, ist diese Entscheidung schwer nachvollziehbar“, heißt es aus dem Kreis der Betroffenen. Die Ehrenamtskarte sei nicht nur ein symbolisches Dankeschön, sondern auch ein sichtbares Zeichen gesellschaftlicher Anerkennung für langjähriges Engagement.

Kritisiert wird insbesondere, dass Heimatpflege offenbar nicht mehr im gleichen Maße als förderwürdiges Ehrenamt anerkannt werde wie andere ehrenamtliche Tätigkeiten. Viele Engagierte befürchten, dass dies die Motivation zukünftiger Ehrenamtlicher schwächen könnte.

Während Heimatpflegerinnen und Heimatpfleger in Nordrhein-Westfalen ausdrücklich als ehrenamtlich Engagierte anerkannt werden und dort die Ehrenamtskarte als Zeichen der Wertschätzung erhalten, geht Braunschweig offenbar einen anderen Weg. Auch andere Kommunen setzen bewusst Zeichen der Anerkennung: In Flensburg dürfen ehrenamtlich tätige Menschen in bestimmten Bereichen sogar kostenfrei parken.

Vor diesem Hintergrund stellt sich für viele Betroffene die Frage, warum ausgerechnet in Braunschweig die öffentliche Wertschätzung für ehrenamtliches Engagement in der Heimatpflege zurückgenommen wird. Wer über Jahre hinweg unentgeltlich Zeit, Wissen und Engagement für Geschichte, Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt einbringt, dürfe nicht schlechter gestellt werden als andere Formen des Ehrenamtes. Eine moderne Ehrenamtskultur brauche Anerkennung statt Ausgrenzung.

Die betroffenen Heimatpflegerinnen und Heimatpfleger fordern daher eine erneute Prüfung der Entscheidung sowie eine klare politische Wertschätzung ihrer Arbeit. Ehrenamt dürfe nicht gegeneinander ausgespielt werden. Vielmehr brauche es eine breite Anerkennung aller Menschen, die sich dauerhaft und unentgeltlich für das Gemeinwohl einsetzen.

Die Diskussion um die Ehrenamtskarte zeigt erneut, wie wichtig eine verlässliche Unterstützung und öffentliche Würdigung ehrenamtlicher Arbeit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist.

Thorsten Wendt

-Heimatpfleger für Braunschweig-

Sabrina Brandes

-stell. Heimatpflegerin für Braunschweig-

Kategorien: Allgemein

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